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Goll: Innenminister Strobl malt sich die Situation im Rettungswesen, wie sie ihm gefällt

Seine Vermischung von Eintreffzeiten und Hilfsfristen täuscht den Bürger

Zu Innenminister Strobls Äußerungen zur Situation im Rettungsdienst und dabei insbesondere zur Vermischung von Eintreffzeiten ab Information des Rettungswagens und den gesetzlichen Hilfsfristen sowie der Betonung von Baden-Württemberg als Flächenland sagte der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Prof. Dr. Ulrich Goll:

„Innenminister Strobl malt sich die Situation im Rettungsdienst, wie sie ihm gefällt. Statt auf die Einhaltung der gesetzlichen Hilfsfristen zu schauen, zieht er die kürzeren Eintreffzeiten heran und vergleicht diese mit den Hilfsfristen. Die Eintreffzeiten betreffen aber nur einen Teil der Rettungskette und sind daher zwangsläufig kürzer als die Hilfsfristen. Maßgeblich sind die gesetzlichen Hilfsfristen, die auch im letzten Jahr wieder viel zu oft nicht eingehalten wurden. Vorgesehen ist, dass in 95 Prozent der Fälle Krankenwagen beziehungsweise der Notarzt in 10, höchstens 15 Minuten am Einsatzort sein sollen. Tatsächlich waren die Rettungswagen 2016 in 72 Prozent der Fälle in der 10-Minutenfrist am Einsatzort. Die 15-Minuten-Frist wird vom Rettungswagen in etwas weniger als 95 Prozent der Fälle erreicht. Notärzte erreichten die 10-Minuten-Frist lediglich in 63 Prozent der Fälle. Die 15-Minuten-Frist wird in etwas mehr als 90 Prozent der Fälle erreicht.“

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Mitteilung Nr. 33/07/2017

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