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Kern: Ministerin fehlt immer noch Courage bei der Lehrergewinnung

Schulen sollen Personal selbständig auswählen und fördern können

Zur Feststellung der Kultusministerin, die Unterrichtsversorgung zum kommenden Schuljahr sei „auf Kante genäht“, so dass bei Krankheitsausfällen Engpässe zu erwarten seien, sagte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern:

„Die Kultusministerin und ihr Haus mühen sich zweifellos redlich, dem Mangel der Schulen bei der Versorgung mit Lehrkräften Herr zu werden. Offensichtlich sind manche Maßnahmen jedoch Verzweiflungstaten.  So genannte Versetzungsketten zu bilden und durch Versetzungen Stellen für weniger flexible Neubewerber frei zu machen, mag in der Not gerechtfertigt sein. Aber es ist sicherlich kein längerfristig wirksamer Beitrag zur Gewinnung von zusätzlichen Lehrerinnen und Lehrern. Ein solcher wäre aber mit Blick auf bevorstehende Pensionierungswellen dringend erforderlich. Hier fehlt der Ministerin erstaunlicherweise immer noch die Courage.

Nach Auffassung der FDP-Fraktion müsste Frau Eisenmann – neben der angekündigten Ausweitung der Kapazitäten bei den Lehramtsstudiengängen und der von uns bisher vergeblich geforderten Beendigung der sechswöchigen Arbeitslosigkeit bei Lehrern und Referendaren – den Schulen die Auswahl und die weitere Entwicklung ihres Personals überlassen. Für das erweiterte Aufgabenspektrum müssen die Schulen selbstverständlich angemessen ausgestattet werden. Hierzu gehören auch Schulverwaltungsassistenten, durch deren Einsatz bei den Lehrern Kapazitäten für die Unterrichtsversorgung frei würden. Gerade im ländlichen Raum, der vom Lehrermangel am stärksten betroffen ist, könnten Schulen Lehramtsbewerbern attraktive Angebote unterbreiten und dabei mit den Pfunden wuchern, die das Leben jenseits der großen Ballungszentren wahrlich zu bieten hat. Wenn die Schulen im ländlichen Raum zudem bereits in der Ausbildung der zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer gezielt stärker einbezogen werden, wie auch vom Kultusministerium nun angedacht, könnten angehende Lehrerinnen und Lehrer frühzeitig von einer Schule überzeugt werden, die ihnen eine gute Berufs- und Lebenschance eröffnet.“

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Mitteilung Nr. 08/09/2017

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