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Kern: Rektorenmangel war nahezu programmiert

Der Versuch des Kultusministeriums, die jetzt publik gewordenen Zahlen zu relativieren, ist durchschaubar

Zur Meldung, dass an den rund 3600 allgemeinbildenden Schulen im Südwesten Medienberichten zufolge derzeit 226 Rektorenstellen unbesetzt seien, erklärte Dr. Timm-Kern, bildungspolitischer Sprecher der FDP/DVP Fraktion:

„Es war nahezu programmiert, dass es zu dieser Situation kommen würde. Lehrer für Rektorenstellen zu begeistern, wurde von Grün-Rot und jetzt unter Grün-Schwarz sträflich versäumt. Argumente dafür, warum Lehrer sich dieser anspruchsvollen, oft mühseligen und selten gesellschaftlich honorierten Aufgabe widmen sollten, sind bis dato kaum zu finden.

Die Schulleiterfunktion muss dringend attraktiver gestaltet werden. Die von uns wiederholt geforderte Einstellung von Schulverwaltungsassistenten würde entscheidend dazu beitragen, Schulleiter von bürokratischer Arbeit zu befreien. Eine bessere Bezahlung, die mehr als nur eine graduelle Gehaltssteigerung vom stellvertretenden Schulleiter zum Schulleiter mit sich brächte, ist ohnedies unerlässlich: Anders wird sich kaum jemand dazu bereitfinden, erheblich mehr Verantwortung zu übernehmen, ohne dass dies in Relation zu seinem Gehalt stünde.

Die unablässige ,Reformeritis‘ bei der Schulstrukturierung hat überdies auch nicht dazu beigetragen, Rektorenposten attraktiver zu gestallten.  Mehr Schulautonomie und eine adäquate Finanzausstattung der Schulen sind längst überfällig. Statt Relativierungen vorzunehmen, wäre die Kultusministerin gut beraten, unsere Vorschläge aufzugreifen.“

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Mitteilung Nr. 17/09/2017

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