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Kern: Sonderschulen sind unverzichtbarer Bestandteil des differenzierten Bildungssystems

Eine Abschaffung des Sonderschulwesens würde unzählige Bildungschancen für Menschen mit Behinderungen zerstören

In einer Landtagsdebatte zur Umsetzung der Inklusion in den Kommunen sagte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Dr. Timm Kern:

„Bereits am 11. Mai 2009 und damit vor dem Regierungswechsel findet sich in der „Mainpost“ ein längerer Artikel über die inklusionspolitischen Vorstellungen der Grünen. In diesem Artikel sagte die damalige bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion Renate Rastätter unter anderem, an den Sonderschulen könne man die extreme soziale Auslese in Baden-Württemberg ablesen. Dort könnten die Schüler nichts voneinander lernen. Die sogenannten Schulkindergärten und Sonderschulen seien mit Artikel 24 und dem Diskriminierungsverbot des Artikels 5 der UN-Behindertenrechtskonvention nicht vereinbar. Sie seien eine pädagogische Fehlentwicklung. Das erklärte Ziel der Grünen sei, dass 80 bis 90 Prozent der jetzigen Sonderschüler wechseln.

Deutlicher kann man es im Grunde kaum ausdrücken.

Die Grünen haben sich nie von ihrem eigentlichen Ziel verabschiedet, mittel- bis langfristig die Sonderschulen in Baden-Württemberg abzuschaffen.

Dies war deutlich zu sehen, als die Expertenkommission zur Lehrerbildung unter der Grünen Sybille Volkholz nicht nur den Einheitslehrer auf Gymnasialniveau, sondern auch die Abschaffung des Lehramtsstudiengangs Sonderpädagogik forderte.

Was die Grünen eine pädagogische Fehlentwicklung nennen, mussten sich die betroffenen Menschen in früheren Zeiten erkämpfen.

Die Sonderschulpflicht war damals eine Errungenschaft, die für Menschen mit Behinderungen überhaupt erst so etwas wie eine eigene Bildung begründete.

Eine Abschaffung des Sonderschulwesens würde ein in einzigartiger Weise ausdifferenziertes Schulangebot und damit unzählige Bildungschancen für Menschen mit Behinderungen zugunsten einer ausschließlich ideologisch begründeten Einheitslösung zerstören.

Für die FDP sind die Sonderschulen in Baden-Württemberg unverzichtbarer Teil des differenzierten Bildungssystems. Das Expertentum auf dem Gebiet der Sonderpädagogik ist für uns im Interesse der betroffenen Menschen unverzichtbar. Wer die Sonderschulen in Baden-Württemberg abschaffen will, der schränkt die Wahlfreiheit ein. Das ist für uns Liberale nicht hinnehmbar. Wer so etwas umsetzen will, der wird auf den engagierten Widerstand der FDP-Landtagsfraktion stoßen.“

 

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Mitteilung Nr. 929

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