Geschichte der FDP/DVP

Reformkraft mit Profil und parlamentarischer Tradition

Bundespräsident Theodor Heuss (Mitte) mit Sohn Ludwig (zweiter von Links) 1959 im Kreise baden-württembergischer Landespolitiker. Darunter unter anderem der damalige Landtagsvizepräsident Rudolf Gehring (links) und FDP Justizminister Wolfgang Haußmann (rechts hinten).

Bundespräsident Theodor Heuss (Mitte) mit Sohn Ludwig (zweiter von Links) 1959 im Kreise baden-württembergischer Landespolitiker. Darunter unter anderem der damalige Landtagsvizepräsident Rudolf Gehring (links) und FDP Justizminister Wolfgang Haußmann (rechts hinten).

Die Demokratische Volkspartei (DVP) baut in Württemberg auf eine lange, bis ins Jahr 1864 zurückgehende Tradition. Sie ging als liberale Partei im Jahre 1948 in die auf Bundesebene neu gegründete Freie Demokratische Partei (FDP) auf. Deshalb nennen sich die südwestdeutschen Liberalen auch heute noch FDP/DVP und führen die Bezeichnung in ihrem Namen weiter. Unter diesem Namen gehören sie dem baden-württembergischen Landtag als Fraktion seit seinem Bestehen an. Zur Entstehung des Landtags Baden-Württemberg lieferte die FDP/DVP-Fraktion entscheidende Beiträge, welche eng mit den Namen Reinhold Maier, Theodor Heuss und Wolfgang Haußmann verbunden sind.

Die Liberalen im Landtag waren nach 1945 maßgeblich am Aufbau eines neuen demokratischen Staatswesens beteiligt. Sie stellten mit Reinhold Maier acht Jahre lang den ersten Ministerpräsidenten in dem von den US-Alliierten neu geschaffenen Württemberg-Baden, welches später zum Land Baden-Württemberg fusioniert wurde. In dieser Zeit verantwortete die FDP/DVP-Fraktion wichtige Ressorts wie die der Finanzen, der Justiz und der Wirtschaft. In der Rolle einer Oppositionspartei, in der sich die FDP 30 Jahre lang zwischen 1966 und 1996 befand, haben sich die südwestdeutschen Liberalen stets als konstruktive Kraft gezeigt. Sie haben der Landespolitik viele Anstöße und Anregungen gegeben und politische Alternativen zur Regierung aufgezeigt. Eine eigenständige, deutlich profilierte liberale Politik war auch in den Jahren der Regierungsbeteiligung der FDP von 1996 bis 2001, 2001 bis 2006 und 2006 bis 2011 das Motiv ihres Handelns.

Die liberale Politik orientiert sich an klaren rechtsstaatlichen Positionen, humanitärem Gedankengut, dem Schutz von Minderheiten sowie einem eindeutigen Bekenntnis zur sozialen Marktwirtschaft und der Förderung des Mittelstands. Besondere Anliegen sind der Fraktion die Freiheit und Eigenverantwortung, Leistung und Wettbewerb. Für diese Ziele stehen die Namen ihrer Vorsitzenden Dr. Eduard Leuze, Dr. Johann Peter Brandenburg, Dr. Jürgen Morlok, Hinrich Enderlein, Dr. Walter Döring, Ernst Pfister, Dr. Ulrich Noll oder Dr. Hans-Ulrich Rülke.

Aktuell ist die FDP/DVP-Fraktion in der Opposition und stellt 12 Abgeordnete. Ihr Vorsitzender ist Dr. Hans-Ulrich Rülke.