Nutzen wir die Chancen für den ländlichen Raum Denken wir unser Landleben neu!

Landleben – das ist für uns Ausdruck von Lebensqualität, Innovationskraft und Freiheitsgefühl.

Der ländliche Raum ist die Heimat eines hoch innovativen Mittelstandes, engagierter Bürgerinnen und Bürger sowie erstklassiger Erholungs- und Freizeitangebote. Wir möchten, dass dies so bleibt. Funklöcher, Ärztemangel, vernachlässigte Verkehrsinfrastruktur – das darf nicht die Zukunft des ländlichen Raumes sein. Wir sind überzeugt: Der ländliche Raum kann mehr!

Der ländliche Raum ist eine echte Alternative zu den Ballungsgebieten mit ihren spezifischen Problemen bei Wohnungsmangel und Verkehrsüberlastung. Anstatt die Infrastruktur nur so zu planen, dass täglich möglichst viele Menschen zur Arbeit in die Städte gelangen, können wir im Zeitalter von Digitalisierung, Energieeffizienz und Klimaschutz verstärkt darüber nachdenken, wie wir die Arbeit zu den Menschen auf das Land bringen.

Die Digitalisierung und der technische Fortschritt bieten Chancen und können zukunftssichernde Antworten auf die spezifischen Herausforderungen des Landlebens geben.

In den nächsten Monaten möchten wir daher Ideen vorstellen, mit denen das Land bei Planung, Förderung, Infrastruktur und Arbeitsmodellen voranschreiten kann.

5G-Mobilfunk muss in die Fläche!

Wer kennt sie nicht, Baden-Württembergs Funklöcher?

Das LTE-Netz deckt im Südwesten derzeit nur 83 Prozent der Landesfläche ab. Das darf nicht unser Anspruch sein! Beim kommenden Mobilfunk der fünften Generation (5G) müssen wir höhere Maßstäbe anlegen. Denn: 5G-Netz wird die Schlüsselinfrastruktur für das „Internet der Dinge“, das neben der Zukunft von Verkehr, produzierendem Gewerbe und Mittelstand auch die Zukunft der Land- und Forstwirtschaft bestimmen wird. Von Sensoren zur bedarfsgerechten Steuerung der Bewässerung oder zur Ermittlung von Erntebedingungen bis hin zu autonom arbeitenden Pflanzenschutzrobotern – mit 5G wird Zukunft machbar.

Dafür setzen wir uns ein:

  • Ausbau der Breitband-Anbindung für Mobilfunk-Basisstationen

  • Kartierung für mögliche Standorte von Mobilfunk-Basisstationen

  • Mediatoren-Team zur Aufklärung und Schlichtung bei örtlichen Protesten

Mehr als Lichtspender – intelligente Straßenlaternen (SmartPoles) als Mobilfunk-Basisstationen

Straßenlaternen sind an nahezu jeder Ecke zu finden. Sie beleuchten Straßen, Gehwege, Plätze, Parkanlagen oder Parkplätze. Doch Straßenlaternen können mehr! Zu sogenannten SmartPoles aufgerüstet können Straßenlaternen nicht nur Licht spenden, sondern gleichzeitig verschiedene Funktionen wahrnehmen, etwa als Parkleitsystem oder als Mobilfunk-Basisstation. Der Vorteil liegt auf der Hand: vorhandene Infrastruktur und ein entsprechendes Stromnetz können genutzt werden, sodass umfangreiche Bauarbeiten beispielsweise für neue Mobilfunkkasten nicht vonnöten sind. Das Land Baden-Württemberg sollte daher insbesondere vor dem Hintergrund der Hürden beim Bau von Masten, wie Bürgerprotesten oder Natur-und Denkmalschutz, bei der Suche nach geeigneten Standorten für Mobilfunk-Basisstationen mit einer groben Kartierung helfen und auch die bereits vorhandene Infrastruktur miteinbeziehen.

Also: Denken wir neu! Nutzen wir die Chancen der Digitalisierung!

Wie die Netzabdeckung in Ihrem Ort ist, können Sie im Breitbandatlas des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur nachschauen unter https://www.bmvi.de/DE/Themen/Digitales/Breitbandausbau/Breitbandatlas-Karte/start.html.

Haben auch Sie Funklöcher in Ihrer Region entdeckt? Berichten Sie uns unter post@fdp.landtag-bw.de

Unser Einsatz für ein Smartes Ländle: Kommunen beim Mobilfunkausbau unterstützen

Was passiert mit den Gegenden, in denen der Markt keine Mobilversorgung hervorbringt, weil es wirtschaftlich nicht rentabel ist?

Wir sind der Meinung: Hier muss die öffentliche Hand aktiv werden. Daher haben wir im Rahmen der Haushaltsberatungen für den Doppelhaushalt 2020/21 vorgeschlagen, dass Kommunen im Ländlichen Raum Baden-Württembergs einen Zuschuss in Höhe von 2000 Euro erhalten sollen, um Mobilfunkzellen zu errichten. Auf diese Weise möchten wir den Ausbau des Mobilfunknetzes in Regionen fördern, in denen bisher keine Versorgung besteht.

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Telemedizin und Online-Sprechstunden ermöglichen!

Die medizinische Versorgung ländlicher Räume wird auch im noch vergleichsweise dicht besiedelten Baden-Württemberg zur Herausforderung. Nicht nur die Bereitschaft junger Ärztinnen und Ärzte, sich auf dem Land mit einer eigenen Praxis niederzulassen, geht zurück, auch neue Anforderungen an Arbeitszeitmodelle schreiten voran und lassen den klassischen Landarzt zur Seltenheit werden.

Dafür setzen wir uns ein:

  • Aufnahme telemedizinischer technischer Ausstattungen in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung

  • Eine leistungsfähige Telematikinfrastruktur, die anspruchsvolle telemedizinische Anwendungen überhaupt erst möglich macht

  • Moderne elektronische Gesundheitsakten für alle Bürgerinnen und Bürger, die wahlweise über die Gesundheitskarte oder kartenlos mit dem Smartphone genutzt werden können

  • Wiederherstellung der Attraktivität des Arztberufs - denn wir wollen, dass in der ganzen Fläche des Landes für die Bürger die Ärztin bzw. der Arzt des Vertrauens verlässlicher Ansprechpartner bleibt

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Wir begrüßen beispielsweise das telemedizinische Modellprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg „docdirect“. Per Telefon oder Videotelefonie bekommen Patienten in Baden-Württemberg kompetente medizinische Beratung von niedergelassenen Ärzten.

Mehr zum Projekt „docdirect“ gibt es hier: https://www.kvbawue.de/praxis/neue-versorgungsmodelle/docdirekt/ .

Zusätzlich können sich seit Oktober 2019 Apotheken in der Region Stuttgart und Tuttlingen für den geschützten eRezept-Dienst der Apotheken (GERDA) registrieren. Patienten in Stuttgart und Tuttlingen können nach einer telemedizinischen Behandlung bei docdirekt das eRezept nutzen (https://www.lak-bw.de/service/apotheke/geschuetzter-erezept-dienst-der-apotheken-gerda.html).

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Co-Working-Spaces und Homeoffice im Landesdienst!

Das Land Baden-Württemberg beschäftigt mehr als 315.000 Bedienstete. Auch wenn sich darunter fast 117.000 Lehrerinnen und Lehrer sowie mehr als 24.000 Polizeibeamte befinden, pendelt ein erheblicher Teil der Beamten und Angestellten des Landes täglich zu städtischen Dienststellen, um dort Tätigkeiten zu verrichten, die in Zeiten der elektronischen Aktenführung an sich nicht mehr ortsgebunden sind. Daraus folgen ein hohes Verkehrsaufkommen und eine hohe zeitliche Beanspruchung, was nicht zuletzt ehrenamtliche Tätigkeiten in ländlichen Wohnorten blockiert.

Wir wollen Landesbediensteten daher das Recht einräumen, bei nicht ortsgebundenen Tätigkeiten tageweise auf das Homeoffice oder dezentrale Co-Working-Spaces umzusteigen, so wie es bei vielen privaten Arbeitgebern längst möglich ist.

Dafür setzen wir uns ein:

  • Recht auf Homeoffice bei nicht ortsgebundenen Tätigkeiten im Landesdienst

  • Pilotversuch eines ressortübergreifenden Co-Working-Space-Büros für Landesbedienstete an einem verkehrsgünstigen Mittelzentrum

Wir Freien Demokraten finden, das Land sollte hier voranschreiten und Modelle zur Stärkung ländlicher Standorte und zur Entlastung der großstädtischen Zentren entwickeln.

In unserer Großen Anfrage „Regionalisierung und Digitalisierung – Chancen für ländliche Räume und Landesentwicklung“ haben wir die Landesregierung nach der Möglichkeit befragt, einen Modellversuch ähnlich des „Hessen-Büros“ zu starten, in welchem Landesbedienstete wohnortnahe, behördenübergreifende Büroräume des Landes in ländlichen Mittelzentren aufsuchen können.

Drei Gründe für die Verlagerung von Behördenstandorten in die Fläche

Weniger Verkehrsaufkommen & geringere Umweltbelastungen

Zeitersparnis für Arbeitnehmer & Stärkung des Ehrenamtes

Entlastung der Großstädte & Aufwertung des ländlichen Raumes

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Homeoffice ist Klimaschutz!

Alle Beschäftigten sollten die Möglichkeit haben, nicht ortsgebundene Tätigkeiten zumindest tageweise von zu Hause aus zu erledigen. Auf diese Weise ermöglichen wir den Arbeitnehmern mehr Freiheit, Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung, weniger Ausgaben und verringern nachweislich die Umweltbelastungen.

Einsparungen pro Jahr, wenn jeder zehnte Erwerbstätige in Deutschland einen Tag in der Woche von zu Hause arbeiten würden:

Basierend auf dem Gutachten zur Mobilen Arbeit (2019) des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft.

Basierend auf dem Gutachten zur Mobilen Arbeit (2019) des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft.

Mobiles Arbeiten verringert durch den geringeren CO2-Ausstoß nach einem Gutachten des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaften die Umweltbelastungen sowohl in den ländlichen Regionen als auch in Ballungsgebieten. Durch die geringere Anzahl an Pendlern werden volle Straßen und überfüllte S- und U-Bahnen entlastet.

Einsparungen für die Beschäftigten:

Wir fordern daher, digitale Arbeitsformen auf dem Land gezielt zu fördern.

Hierzu muss die grün-schwarze Landesregierung mehr Geld aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) für Projekte mit den Schwerpunkten „Arbeiten“ und „Grundversorgung“ einsetzen.

Denn: Durch die Förderung neuer Arbeitsformen, wie z.B. private Co-Working Spaces für Selbstständige und Unternehmen, wird der Wohnungsmarkt in Großstädten entlastet, das Landleben attraktiv gehalten und ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

Potenziale der Landwirtschaft nutzen!

Ertragsreichtum und Ressourcenschonung gleichzeitig gewährleisten – mit der Digitalisierung ist das möglich!

Behandelte der Landwirt einst seine ganzen Felder mit Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, ermöglicht die Digitalisierung heute eine präzise und bedarfsgerechte Verwendung von Betriebsmitteln. Mittels Maschinen und Drohnen werden mit Kameras und Sensoren verschiedene Daten, beispielsweise über die Bodenbeschaffenheit oder dem Schädlingsverfall des Ackers, gesammelt. Diese Daten werden mit aktuellen Wetterinformationen kombiniert, sodass der Landwirt genau weiß, an welcher Stelle er Betriebsmittel einsetzen muss. Der Vorteil liegt auf der Hand: Es werden weniger Ressourcen, wie Saatgut, Dünge-, Pflanzenschutzmittel oder Wasser verbraucht, wodurch der Landwirt Betriebsmittel einspart und Umweltbelastungen erheblich verringert werden. Durch die Digitalisierung werden somit Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz in der Landwirtschaft in Einklang gebracht.

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Laut einer Umfrage der Rentenbank sehen die Landwirte die Digitalisierung überwiegend positiv, jedoch seien u.a. hohe Anschaffungskosten und Sorgen um Datensicherheit und –hoheit entwicklungshemmend. Wir als FDP/DVP Fraktion möchten unsere Landwirte bei der Digitalisierung unterstützen und diese Hemmnisse beseitigen. Wie das funktionieren kann, sieht man in Rheinland-Pfalz. Dort hat Landwirtschaftsminister Dr. Volker Wissing (FDP) zur Förderung der digitalen Präzisionslandwirtschaft die Gebühren für den Satellitenpositionsdienst der deutschen Landesvermessung (SAPOS) und dessen Hochpräziser Echtzeit-Positionierungs-Service (HEPS) abgeschafft. Zudem entwickelt sein Ressort gegenwärtig die sogenannte GeoBox-Infrastruktur, welche Datensicherheit, Datenhoheit und eine Vernetzung zwischen landwirtschaftlichen Betrieben und Dienstleistern ermöglicht.

Dafür setzen wir uns ein:

  • Gebührenfreiheit bei der Nutzung von SAPOS-HEPS durch die Land- und Forstwirtschaft

  • Entwicklung einer dezentralen Dateninfrastruktur zur regionalen Vernetzung (Zusammenarbeit mit Rheinland-Pfalz)

  • Gebührenfreie Bereitstellung landeseigener Geobasis- und Wetterdaten sowie von Online-Beratungsleistungen wie z.B. Witterungs- und Schädlingsprognosen

  • Um Düngemittel möglichst genau ausbringen zu können, muss die Förderung von umweltfreundlichen Ausbringtechniken im Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) fortgeführt und ausgebaut werden

  • Mehr Engagement bei der Erforschung von Ausbringtechniken von Pflanzenschutzmitteln über Drohnen und Robotik

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Drei Gründe für die Förderung einer digitalen Landwirtschaft

  • Weniger Verbrauch von Wasser, Pestiziden, Düngemittel und sonstigen Betriebsmitteln
  • Erhöhte Flächenproduktivität und Wirtschaftlichkeit
  • Tierwohl, Umwelt- und Ressourcenschutz

Mit smarten Lösungen dem Bankensterben in den ländlichen Räumen entgegentreten

Filialbanken mit persönlicher Beratung – was früher selbstverständlich war, ist heute in vielen Dörfern nur noch selten der Fall. Der Bankstellenbericht der Bundesbank* verdeutlicht dies: Seit den 90ern hat sich der Bestand an Kreditinstituten in Deutschland drastisch verringert. Doch viele Menschen wünschen sich eine persönliche Service-Beratung als Teil der Nahversorgung und der ländlichen Infrastruktur.

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Um diesen Spagat zwischen Filialsterben einerseits, und dem Wunsch nach persönlicher Beratung andererseits, zu bewältigen, hat die Raiffeisenbank Aichhalden-Hardt-Sulgen eG das sogenannte VR-Service-Interaktiv-System eingeführt. Dieses System ermöglicht eine individuelle Serviceberatung per Live-Video vor Ort. Hierbei betritt der Kunde eine geschützte Kabine, in der er von einem Mitarbeiter der Bank auf einem Monitor begrüßt und in Echtzeit per Video beraten wird. Auf diese Weise kann der Kunde weiterhin alle Servicedienstleistungen der Bank in Anspruch nehmen und der persönliche Kontakt zwischen Bankberater und Kunde bleibt bestehen.

Das Beispiel zeigt, wie die Menschen im ländlichen Raum von neuen Ideen durch die Digitalisierung profitieren können. Nutzen wir die Chancen der Digitalisierung, denken wir unser Landleben neu!