14. Dezember 2020, 19:00 

Baden-Württembergs wichtigster Rohstoff ist die Innovations- und Schaffenskraft der Menschen. Dieses Potential kann jedoch nur durch weltbeste Bildungsangebote und vielfältige Entfaltungsmöglichkeiten entfacht werden.

Doch der Zustand unserer Schulen zeigt das Gegenteil:

Fehlendes Personal, marode Gebäude, Digitalisierung: Fehlanzeige!

Es ist höchste Zeit, die große Pause zu beenden und  Bildungsangebote auf die Höhe der Zeit zu bringen!

Wir freuen uns auf Ihren Input!

Es diskutieren im Webtalk:

Dr. Timm Kern MdL
Bildungspolitischer Sprecher der FDP/DVP Fraktion

Michael Mittelstaedt
Vorsitzender des Landeselternbeirats Baden-Württemberg

Axel Habermehl
Landespolitischer Korrespondent der Südwest Presse

Webtalk verpasst? Kein Problem! Hier die Aufzeichnung.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Kern und Mittelstaedt: Ein zweitklassiges Bildungssystem kommt für Baden-Württemberg nicht infrage

Digitale Schule und Lehrergewinnung stehen im Mittelpunkt des Gesprächs

„Bildung digitalisieren – Die Große Pause ist vorbei!“, unter diesem Motto organisierte die FDP/DVP Fraktion einen Webtalk zwischen dem stellvertretenden Vorsitzenden und bildungspolitischen Sprecher der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Timm Kern, und dem Vorsitzenden des Landeselternbeirats, Michael Mittelstaedt. Moderiert wurde die Diskussion von Axel Habermehl, Landespolitischer Korrespondent der Südwest Presse.

Timm Kern bemerkte, die Corona-Pandemie wirke wie ein Brennglas: „Wo es vorher schon Schwierigkeiten gab, hat sich dies durch die Pandemie noch verstärkt. So gibt es große Nachholbedarfe, gerade im Bildungsbereich.“ Wegen der schweren Defizite bei der Digitalisierung der Schulen sei auch eine Umstellung auf den Fernunterricht problematisch. „Baden-Württemberg steht auf dem zweitletzten Platz unter den Bundesländern, was den Zugang zum schnellen Internet angeht. Deshalb sollte ab dem 11. Januar möglichst wieder zum Präsenzunterricht übergegangen werden. Außerdem brauchen wir ein Konzept, wie das Versäumte aufgeholt werden soll.“

Auf die Frage, worauf es bei der Digitalisierung der Schulen ankomme, sagte Michael Mittelstaedt: „Da alle Lernmanagementsysteme technisch relativ ähnlich funktionieren, bleibt unter dem Strich die Frage, wie man die Systeme nun didaktisch-methodisch füllt. Es fehlt viel an Inhalt, und dabei müsste der Inhalt vor der Technik kommen, da die Technik nur der Rahmen für den Inhalt ist. Das Fernlernen didaktisch auszugestalten, wird noch einige Jahre dauern.“ Für Mittelstaedt stellt vor allem auch der Lehrermangel in der aktuellen Situation ein Hauptproblem dar.  „Für die Zukunft sollten wir Lehramtsstudierende möglichst früh in die praktische Ausbildung an der Schule bringen. Dies brächte frische Didaktik in die Schulen, und die Studierenden würden einen frühen Praxisbezug erhalten.“ Bei der Lehrergewinnung sei meist nicht das Geld entscheidend. „Kleinere Lerngruppen können schon viel bewirken für einen Lehrer.“ Kern hierzu: „Neben der Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen wäre wichtig, dass wir den Lehrerinnen und Lehrern mehr pädagogische Freiheit und Eigenverantwortung zutrauen. Übrigens ist ein Vorrang des Präsenzunterrichts auch Ausdruck der Wertschätzung für die Lehrerinnen und Lehrer, die gerade hier eben weit mehr als nur Lernbegleiter sind. Auf den Lehrer kommt es an, wenn wir ein erstklassiges Bildungssystem wollen.“ Und, da waren sich beide Diskutanten einig, ein zweitklassiges Bildungssystem kommt für Baden-Württemberg nicht infrage.