Pressemitteilung

01.Februar 2009

Arnold und Kleinmann: Haupt- und Realschullehrer-Ausbildung zusammenführen – „Die Lehrerausbildung muss mit wichtigen Veränderungen im baden-württembergischen Schulwesen wie der Kooperationen von Haupt- und Realschulen oder der neuen Werkrealschule Schritt halten“, sagten Dieter Kleinmann, Vorsitzender des Wissenschaftsausschusses, und Dr. Birgit Arnold, bildungspolitische Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion. „Wir Liberale halten eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschullehrerausbildung deshalb für sinnvoll und notwendig. Hierdurch können sich Lehrer auch stärker auf das Unterrichten von Kindern und Ju-gendlichen in bestimmten Entwicklungsphasen konzentrieren.“

Sowohl für den damit entstehenden Studiengang für Lehrkräfte in der Sekundarstufe als auch für Lehrkräfte in der Primarstufe (Grundschule) sollten nach Auffassung der FDP/DVP-Fraktion acht Semester Regelstudienzeit angesetzt werden, um eine fundierte Ausbildung zu ermöglichen. Eine kürzere Studiendauer oder kürzere Studiendauer für Grundschullehrkräfte komme nicht in Betracht. „Je mehr Chancen wir verstreichen lassen, Kinder früh und nachhaltig zu fördern, desto schwieriger und auch kostenintensiver wird es später, das Versäumte wieder einzuholen. Da Kinder ihre Neigungen ungefähr bis zum zwölften Lebensjahr ausgeprägt haben, wie neuere Forschungen zeigen, spielen Lehrerinnen und Lehrer, die für ihre Fächer Begeisterung wecken können, eine außerordentlich bedeutsame Rolle in der Entwicklung der Kinder“, erläuterte Arnold. Kleinmann und Arnold sprachen sich auch für eine Integration aller Lehramtsstudiengänge in die gestufte Studienstruktur mit den Abschlüssen „Bachelor“ und „Master“ aus. „Beide Abschlüsse müssen in der Lehrerausbildung als echte Qualifikationen ausgestaltet sein, wie dies das Landeshochschulgesetz vorsieht. Dabei kann das Staatsexamen bestehen bleiben, und der „Master“ bildet einen polyvalenten, das heißt für verschiedene Berufsfelder qualifizierenden Abschluss“, betonte Kleinmann, zugleich Vorsitzender des Wissenschaftsausschusses. Auf diese Weise würden nicht nur für Lehramtsstudenten zusätzliche berufliche Perspektiven eröffnet, sondern auch eine höhere Durchlässigkeit zwischen dem Berufsfeld Schule und anderen Berufsfeldern möglich gemacht. Auch innerhalb des Schulwesens kann die gestufte Studienstruktur später zu einem flexibleren Einsatz der Lehrkräfte beitragen und im Sinne lebenslangen Lernens die Basis für ein umfassendes Fort- und Weiterbil-dungssystem im Schulbereich bilden. Als erster Schritt könne nach dem Vorbild Niedersachsens ein dritter Ausbildungsabschnitt für die Lehrämter angedacht werden. Hierbei handelt es sich um Angebote speziell für Berufseinsteiger, die sich an Anfang ihrer Tätigkeit noch mehr Erfahrungsaustausch wünschen.Wichtig ist den beiden liberalen Bildungspolitikern, dass die Studierenden eine möglichst große Freiheit bei der Wahl ihrer Fächer besitzen. Vor allem bei der Grund-schullehrerausbildung dürfe diese Freiheit nicht eingeschränkt werden. Kleinmann und Arnold waren sich einig: „Nur ein Lehrer, der sich für sein Fach begeistert, kann auch seine Schüler begeistern. Das gilt für die Naturwissenschaften und die Technik ebenso wie für Musik, Sport oder den künstlerischen Bereich.“ Vor dem Hintergrund der Bedeutung, die der Musik bei der Ausbildung von kognitiven und sozialen Kompetenzen von jungen Menschen zukomme, müssten in diesem Bereich zusätzliche Anstrengungen unternommen werden, um geeignetes Lehrpersonal zu finden und auszubilden. „Außerdem ist es unerlässlich, entsprechend dem Bildungsplan für die Grundschule Musik als Querschnittsfach zu begreifen und in diesem Sinne jedem Grundschullehrer musikalische Kompetenz mit auf den Weg zu geben“, betonten Kleinmann und Arnold. Gleichzeitig warnten die beiden davor, den Pädagogischen Hochschulen bei der inhaltlichen und pädagogischen Ausgestaltung der Studiengänge zu viele Vorgaben zu machen. „Das Land sollte den Pädagogischen Hochschulen, die viel Erfahrung bei der Ausbildung von Lehrkräften besitzen, hierbei die größtmögliche Freiheit einräumen und sich darauf beschränken, zu erreichende Kompetenzen festzuschreiben. Welche Wege am besten beschritten werden, um diese Kompetenzen zu erreichen, wissen die Pädagogischen Hochschulen selbst am besten.“ Neben der fachlichen und pädagogisch-didaktischen Kompetenz sowie der Fähigkeit, eine Klasse zu führen, müsse zukünftig die diagnostische Kompetenz ein zentrales Element der Lehrerausbildung sein. Denn: „Der Lehrer der Zukunft wird immer mehr Lernbegleiter sein und seine Lernpartner durch geeignete Impulse zu einem selbständigen, eigenverantwortlichen Lernen ermutigen und befähigen.“

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