Berroth: Gewalt soll Fußballspaß nicht länger stören

Regierung geht von über 1000 gewaltbereiten Anhängern der Clubs im Südwesten aus – Durch die nachhaltige Unterstützung von Fan-Projekten soll das Land nach Auffassung der FDP/DVP-Landtagsfraktion dafür sorgen, dass der Fußballspaß nicht von gewalttätigen Ausschreitungen getrübt wird. Gemeinsam mit den Vereinen könne die Politik damit hervorragende praktische Arbeit im Bereich der Prävention leisten. „So kann man gezielt der leider steigenden Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen und Fans entgegentreten und durch aktive Jugend- und Sozialarbeit Integration bieten”, sagte die sportpolitische Sprecherin der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Heiderose Berroth.

Wie aus der Antwort des Innenministeriums auf die Große Anfrage der FDP/DVP-Fraktion (Drucksache 14/5187) hervorgeht, gibt es unter der Anhängerschaft baden-württembergischer Fußballvereine derzeit über 1250 sogenannte Problemfans. Von denen seien die meisten in festen Gruppierungen organisiert. Zurzeit sind insgesamt 47 polizeilich bekannte Ultra- und Hooligangruppierungen registriert. Fanprojekte seien als strukturierte Formen der Betreuung in besonderem Maße geeignet, Gewalt, Rassismus oder Rechtsextremismus entgegenzuwirken. Einen Zusammenhang zwischen gewaltbereiten Fußballfans und der rechten Szene ist nach Auskunft des Innenministeriums in Baden-Württemberg zurzeit nicht festzustellen. Allerdings bestünde die Gefahr, dass Angehörige der rechtsradikalen Szene die Plattform „Fußball“ nutzen wollten, um Einfluss auf die jüngeren Fans zu nehmen. Fanprojekte können vom Land gefördert werden. Ergänzend dazu gibt es projektbezogene Kooperationen zwischen Sportvereinen und den örtlichen Polizeidienststellen. Die flächendeckende Einrichtung von Fanprojekten ist nach Auffassung der FDP/DVP-Fraktion ein Weg in die richtige Richtung. „Es darf nicht sein, dass die vielen positiven Seiten des Sports durch wenige extrem Orientierte in die falsche Richtung verlaufen“, sagte Heiderose Berroth. Die sportpolitische Sprecherin zeigt sich allerdings darüber verwundert, dass zwar im Entwurf des Haushaltplans 2010 erneut 180 000 Euro für Fanprojekte vorgesehen sind, jedoch für das Jahr 2011 kein Betrag enthalten ist. Des Weiteren hält Heiderose Berroth eine noch stärkere Vernetzung zwischen Vereinen und Einsatzkräften zur Vermeidung von Krawallen für sinnvoll. „Im Hinblick auf die in der Antwort der Landesregierung aufgeführten hohen Kosten für Polizeieinsätze haben präventive Mittel hier sicherlich eine gute Verzinsung.“

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