Berroth: Kunstkonzeption zeigt Handlungsrahmen für nächstes Jahrzehnt auf

200 Seiten umfassende Bestandsaufnahme “Kultur 2020” von Landtag verabschiedet – Die Sprecherin für Kunst und Kultur der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Heiderose Berroth, hat in einer Landtagsdebatte die „völlige Neuformulierung“ der Kunstkonzeption des Landes mit dem Titel „Kultur 2020 -Kunstpolitik für Baden-Württemberg“ als hervorragende Basis für die Kulturarbeit im nächsten Jahrzehnt gewürdigt. Aus dieser Konzeption könnten „Politik, Kunstschaffende sowie Bürgerinnen und Bürger lange schöpfen“. Nach den Worten von Berroth zeigt die im Entwurf über 200 Seiten umfassende Bestandsaufnahme vielfältige Perspektiven und Handlungsfelder der Kunst- und Kulturpolitik für die kommenden Jahre auf.

Der FDP/DVP-Fraktion lege Wert darauf, dass „Kultur 2020“ die ganze Exzellenz und Breite des Landes darstellt und nicht nur die vom Land geförderten Bereiche. Die Sprecherin für Kunst und Kultur verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die FDP/DVP-Fraktion die Novellierung der Kunstkonzeption seit langem gefordert und in den letzten Jahren durch entsprechende parlamentarische Initiativen vorbereitet und begleitet habe.Bei aller Vielfalt und Menge der im Entwurf aufgeführten Kulturträger fehle doch noch einiges. So seien beispielsweise die Bereiche Baukultur, Architektur, Design und Fotografie bisher nicht enthalten. Es freue sie, so Berroth, dass die anderen Fraktionen dies ebenso sehen und nun ein gemeinsamer parlamentarischer Antrag auf den Weg gebracht wurde, der die Aufnahme eines entsprechenden Kapitels fordert.Stark vernachlässigt seien auch Literatur und Sprache, so Heiderose Berroth. Es gebe in Stuttgart neben dem Schriftstellerhaus auch ein angesehenes Literaturhaus und mit dem Literaturblatt ein in der Sparte weit über das Land hinaus geschätztes Medium. Ebenso sollten die ehrenamtlichen Aktivitäten beispielsweise der Deutschen Schillergesellschaft und der Mörike-Gesellschaft genannt werden.Ergänzungsbedarf sieht die FDP/DVP auch in Bezug auf die kulturelle Leistung der Kirchen. Wünschenswert wäre auch eine ausführlichere Darstellung der Arbeit der Kunststiftung Baden-Württemberg. Zu wenig gewürdigt seien die Leistungen der privaten Galerien und Galeristen. Erst durch ihre Arbeit entstehe eine für bildende Künstler existenzsichernde Struktur, wie das an anderer Stelle im Entwurf genannte Beispiel Berlin beweise. Schließlich gebe es mit der „artKARLSRUHE“ inzwischen eine Kunstmesse um die das Land von anderen beneidet werde.Im Hinblick auf den demografischen Wandel, aber auch im Blick auf die Notwendigkeit, hochqualifizierte Fachkräfte ins Land zu holen und dort zu halten, sei die gelungene Mischung von hochprofessionellen und ehrenamtlichen Kulturangeboten im ganzen Land notwendig. Diese müssten durch eine ausgewogene Kulturpolitik weiterhin gefördert werden. Schließlich habe Kunst eine enorme Integrationsfunktion, sowohl für Menschen mit Migrationshintergrund als auch für Bürgerinnen und Bürger mit Behinderungen. Dies gelte auch für die Angebote für und mit allen Generationen. Dabei dürfe nicht nur auf gewohnten Wegen gewandelt werden, es müsse stets Raum für Innovationen bleiben. Die entsprechende Förderung sollte auch diesen Angeboten zukommen.Berroth forderte die Landesregierung auf, ein auf die neuen Medien abgestimmtes Konzept für die Sicherung von Kunstwerken voranzubringen. Hier liege eine wichtige Forschungs- und Entwicklungsaufgabe, um hochaktuelle Kunst auch in Zukunft erlebbar zu halten.

Als PDF Datei herunterladen

Mitteilung Nr. 569