Pressemitteilung

20.Juli 2008

Möglicherweise aber weit mehr infizierte Pflanzen im Umlauf als angenommen – Der von der Europäischen Union als gefährlicher Parasit eingestufte Citrusbockkäfer ist bisher in Baden-Württemberg noch nicht aufgetaucht. Dies geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage des stellvertretenden Vorsitzenden der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Friedrich Bullinger, hervor (Drucksache 14/2922).

Die Landesregierung nahm damit Stellung zur Frage des Sprechers für den ländlichen Raum, wie das Gefahrenpotential des Citrusbockkäfers zu beurteilen sei. Auslöser war die Entdeckung befallener Bäume in einer Lieferung chinesischer Zierpflanzen. Rund 130 000 potenziell infizierte Fächerahornbäume waren so bundesweit über einen deutschen Discounter in Umlauf gebracht worden. Dass ein Befall durch den Parasiten bisher in Baden-Württemberg nicht festgestellt wurde, kann nach den Worten von Bullinger jedoch nicht als Entwarnung verstanden werden – die Fächerahornpflanzen des Discounters, die bisher durch Befall auffielen, waren nicht die einzigen importierten Pflanzen dieser Spezies. Weitere Exemplare wurden bundesweit über einen zweiten Discounter, Gärtnereien, Baumschulen, Baumärkte und Gartencenter vertrieben.Der Citrusbockkäfer kann alle gesunden hart- und weichholzigen Laubgehölze befal-len. Gesunde Bäume bringt er innerhalb kurzer Zeit zum Absterben. In Italien, wo über 200 Quadratkilometer befallen sind, wurden bis zu 130 der typischen kreisrunden Ausbohrlöcher, die der Schädling hinterlässt, in einem einzigen Baum festgestellt. Erfolgreich verlief hingegen die Bekämpfung in Frankreich, wo der Befall nach Aussagen der dortigen Behörden durch eine frühzeitige Ausrottungsaktion eingedämmt wurde.Sollte sich der Citrusbockkäfer in Baden-Württemberg etablieren, so wäre auch hier ein rigoroses Durchgreifen die einzige Lösung. „40 Prozent der Fläche Baden-Württembergs ist von Wäldern bedeckt, deshalb ist die Landesregierung zu einer schnellen Vorsorge verpflichtet“, so der Sprecher für den ländlichen Raum.Vorbildlich ist nach den Worten Bullingers das Verhalten der baden-württembergischen Bürgerinnen und Bürger. Nachdem in der Presse über das Vorkommen des Schädlings in zwei Bundesländern informiert wurde, sandten viele besorgte Bürger Bilder von aufgefundenen Bockkäfern anderer Arten und sogar lebende Tiere ein. Glücklicherweise konnte bisher in jedem Fall Entwarnung gegeben werden, so die Landesregierung.

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