|      |   

Bullinger: Statt für einen Nationalpark setzen wir uns für ein Biosphärengebiet ein

Chance, um Menschen und Natur, Wirtschaft und Umwelt in Einklang zu bringen – Der stellvertretende Vorsitzende und agrarpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Friedrich Bullinger, hat sich in einer von den Liberalen beantragten Aktuellen Debatte gegen einen geplanten Nationalpark Nordschwarzwald ausgesprochen und sich stattdessen für ein Biosphärengebiet eingesetzt. So könnten dort die seit Jahrhunderten bestehende Natur- und Kulturlandschaft zusammen mit dem Wald, der Forst- und Holzwirtschaft, den bäuerlichen Strukturen, einem naturverträglichen Tourismus samt den Schutzgebieten erhalten werden. Nach den Worten Bullingers wurden mit dem Biosphärengebiet auf der Schwäbischen Alb „beste Erfahrungen gemacht“. Der Grund sei, dass die Bürgerinnen und Bürger an den Entscheidungen beteiligt und „Mensch und Natur, Wirtschaft und Umwelt in hervorragender Weise zusammengebracht wurden“.

Bullinger sagte, dass ein Nationalpark eine sich selbst überlassene Naturlandschaft beziehungsweise einen Urwald mit Totholz darstelle. Ganz im Gegensatz zu einer Kulturlandschaft wie einem Biosphärengebiet, in dem Ökonomie und Ökologie in einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung zusammenwirken und „so unser Landschaftsbild gestalten“. Bei einem Nationalpark stünden Belange des Artenschutzes im Vordergrund, somit könnten auch touristische Aktivitäten nur am Rande berücksichtigt werden. Bullinger: „Nationalparke sind laut den Kommentaren im Bundesnaturgesetz kein Instrument der Tourismusförderung.“ Er forderte den Minister für den Ländlichen Raum, Alexander Bonde, auf, den Bürgern „klaren Wein einzuschenken und ihnen zu erklären, was auf sie zukommt und auf was sie verzichten müssen“. Eine Frage sei beispielsweise, ob „Sie tatsächlich über einen Zeitraum von 30 Jahren Tausende von Fichten abholzen wollen, um eine Natur zu schaffen, die dort noch niemals vorhanden war?“ Bullinger verwies auch auf den Nationalpark im Bayerischen Wald, der teilweise von Borkenkäfern befallen wurde und einen Besucherrückgang zu verzeichnen habe.

Als PDF Datei herunterladen

Mitteilung Nr. 821

Abgeordnete: