Pressemitteilung

31.Januar 2020
Jürgen Keck

„Überwältigt vom großen Interesse und den zahlreichen konstruktiven Vorschlägen“ zeigten sich Abgeordnete der Grünen, CDU, SPD und FDP nach einem gemeinsamen Gespräch mit mehr als 20 Mundart-Künstlern und -expertinnen aus ganz Baden-Württemberg. Die Abgeordneten Dr. Markus Rösler (Grüne), Karl-Wilhelm-Röhm (CDU), Andreas Kenner (SPD) und Jürgen Keck (FDP) waren Gastgeber eines Austausches im Landtag, bei dem es um die Bewertung einer gemeinsamen parlamentarischen Initiative, konkrete Vorschläge zur Förderung von Mundarten sowie speziell die Zielgruppe von Kindern und Jugendlichen ging.

Der grüne Abgeordneten Rösler zeigt sich überzeugt: „Die Talsohle beim Image von Dialekten ist durchschritten. Für die Ansprache jüngerer Menschen wird es künftig an Bedeutung gewinnen, Dialekt vermehrt über soziale Netzwerke zu vermitteln und dabei positiv und mit Humor und Emotionen ,Geschmack auf Dialekt‘ zu machen. Das bekannte Beispiel von Dodokay, der ebenflass an unserem Treffen teilgenommen hat, zeigt mit seinen Schwäbisch-Beiträgen auf YouTube, dass dies erfolgreich möglich ist.“

Karl-Wilhelm Röhm, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU ist es besonders wichtig, „dass Dialekt an unseren Schulen größere Akzeptanz findet. Kein Kind soll Nachteile dadurch haben, dass es sich auch in der Schule im Dialekt ausdrückt. Durch die Beherrschung von Dialekt und Standardsprache können Kinder in Beruf und Freizeit sicher auftreten und ein gesundes Selbstbewusstsein entwickeln.“

Für Andreas Kenner von der SPD bedeutet Dialekt nicht Einfalt, sondern Vielfalt. Besonders in Baden-Württemberg mit seinem bunten Sprachteppich. Er selbst spricht als Kirchheimer von der Teck Schwäbisch.

In seinem persönlichen Umfeld werde auch im Alltag Dialekt gesprochen. Mit seinen „Kenner Trinken Württemberger“ Abenden u.a. mit dem Schwäbischen Barden Günther Wölfle zusammen, oder als Stadtführer beweist er, dass zeitgenössische Themen auch im Dialekt vorgetragen werden können. Für Kenner lassen sich wahre Emotionen nur im Dialekt ausdrücken.

„Aus der Nähe zur Schweiz wissen wir im Südbadischen ganz genau: Auch dort, wo Dialekt sogar in den Fernseh- und Rundfunknachrichten gesprochen wird, gibt es keine Nachteile für die deutsche Sprache. Im Gegenteil: Wer Dialekt und Deutsch spricht, hat schon als Kind Vorteile bei der Rechtschreibung und macht rund 30 Prozent weniger Fehler“, so der Konstanzer FDP-Abgeordnete Keck.

„Mit sehr großem Interesse haben wir gemeinsam die Idee aufgenommen, im Rundfunk-Staatsvertrag nach dem Vorbild von der Schweiz und Österreich den Aspekt regionaler Kultur zu verankern. Diesen Vorschlag werden wir wohlwollend in unsere Fraktionen einbringen. Die Umsetzung wäre allerdings ein dickes Brett, zu dem wir auch unsere Kolleginnen und Kollegen aus Rheinland-Pfalz benötigen“, so Rösler, Röhm, Kenner und Keck.

Mehr als 60 Abgeordnete aus den Fraktionen der Grünen, CDU, SPD und FDP haben eine parteiübergreifende Initiative zur Förderung des Dialekts ergriffen:

www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP16/Drucksachen/6000/16_6102_D.pdf

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