Haußmann: Geriatrische Institutsambulanzen dürfen Hausärzte nicht schwächen

Der Aufbau neuer Strukturen führt zu mehr Kosten – Zur Stellungnahme der Landesregierung zu seinem Antrag „Geriatrische Institutsambulanzen“ (Drucksache 15/1569) erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann:

„Die Zustimmung Baden-Württembergs zur Einrichtung von Geriatrischen Institutsambulanzen (GIA) ist aus meiner Sicht mit erheblichen Risiken und Nebenwirkungen verbunden. An Krankenhäusern sollen zusätzliche ambulante Angebote geschaffen werden. Zielrichtung soll die Abklärung geriatrischer Krankheitsbilder von hoher Komplexität sein. Auch wenn das Leitbild die Unterstützung der niedergelassenen Hausärzte sein soll, gefällt mir der misstrauische Unterton gegenüber der Arbeit der niedergelassenen Ärzte nicht, den man aus der Antwort der Landesregierung herauslesen kann. Die Versorgung der älteren Menschen ist zunächst ureigene Aufgabe des Hausarztes, der mit den Patienten meist über viele Jahre ein vertrauensvolles Verhältnis aufgebaut hat, sowie der niedergelassenen Fachärzte. Nur sie können die wohnortnahe Versorgung gewährleisten. Unsere Hausärzte leisten gerade auch für ältere Menschen Hervorragendes. Nicht umsonst haben die vorherige und die jetzige Landesregierung sowie das FDP-geführte Bundesgesundheitsministerium viel für die Stärkung der Hausärzte insbesondere im Ländlichen Raum getan. Für komplexe und schwerwiegende Erkrankungen steht uns ein hochleistungsfähiges stationäres System zur Verfügung. Es gibt bereits 36 Geriatrische Schwerpunkte beziehungsweise Zentren im Land. Warum man jetzt die Versorgungsstruktur durch die Geriatrischen Institutsambulanzen als zusätzliche Angebote verkomplizieren muss, ist zu hinterfragen. Es ist wenig sinnvoll, die Versorgung gerade älterer Menschen immer stärker aufzusplitten und damit insbesondere bei komplexen Krankheitsbildern eine koordinierte und abgestimmte Behandlung zu erschweren. Hinzu kommt, dass dieses Zusatzangebot an den Krankenhäusern auch noch hohe Kosten verursacht und aus der Gesamtvergütung für die niedergelassenen Hausärzte gezahlt werden muss.“

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Mitteilung Nr. 138