Noll: Ermäßigten Mehrwertsteuersatz auch auf Medikamente anwenden

Sütterlin: Die Gesellschaft braucht neues Bild vom Altern – ohne Horrorszenarien – Der sozialpolitische Sprecher FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Ulrich Noll, hat auf dem dritten Liberalen Seniorentag gefordert, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz auch auf Medikamente anzuwenden. Wie Noll sagte, verlange er dies gemeinsam mit der Liberalen Senioren Initiative Baden-Württemberg (LSI). Ich frage mich, so Noll, warum muss der Staat an der Krankheit der Bürgerinnen und Bürger verdie-nen? Noll erneuerte seine Kritik am baden-württembergischen Ministerpräsidenten Oettinger, der eine Anhebung des ermäßigten Steuersatzes zur Diskussion gestellt hatte, was zu höheren Preisen bei Lebensmitteln und Büchern führen würde. „Wer dies fordert, der lässt soziales Gespür vermissen“, so Noll.

Der dritte Liberale Seniorentag im Stuttgarter Landtag war unter das Thema „Männer altern anders – Frauen auch“ gestellt. Der Vorsitzende der Liberalen Senioren Initiative, Dr. Kurt Sütterlin, sagte, die liberalen Senioren hätten sich vorgenommen, „Jugendwahn nicht durch Alterseuphorie zu ersetzen“. Gleichzeitig gelte es „ein vitalitätslastiges Bild des Alters nicht kritiklos zu übernehmen“. Die Gesellschaft braucht nach den Worten von Sütterlin ein neues Bild vom Altern – „ohne Horrorszenarien und Geisterdebatten“. Entscheidend sei letztlich das „Selbstbildnis älterer Menschen“.Die stellvertretende Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Birgit Arnold, sagte als Diskussionsleiterin des Seniorentags: „Männer, die sich überwiegend über ihre Berufstätigkeit definieren, sollten frühzeitig lernen, ihr Selbstwertgefühl auf eine neue Basis zu stellen. Beispielsweise über eine stärkere Beteiligung am Familienleben und über den Aufbau sozialer Kontakte außerhalb des Berufslebens.“ Letztlich müssten beide Lebenswelten von Männern und Frauen aufrechterhalten werden, „das heißt, man muss auch im Altern nicht alles gemeinsam machen“. Die seniorenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Sibylle Laurischk, sagte, dass Frauen aufgrund ihrer sozialen Kompetenz, die sie in jungen Jahren in der Familienarbeit entwickeln müssten, „für das Altern besser gerüstet sind“. Laurischk: „Ich sehe es als gesellschaftliche Aufgabe an, dass Männer sich aus der Haltung des großen Kindes viel früher befreien und sich stärker als Verantwortungsträ-ger in Familie und Gesellschaft begreifen.“

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