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Rülke: Innovationskraft der Unternehmen beste Voraussetzung für Strukturwandel

Liberaler Kongress mit Wirtschaftsminister Pfister – Dienstleistungen im Aufwind – „Die Innovationskraft der baden-württembergischen Unternehmen ist die beste Voraussetzung, um den Strukturwandel in den nächsten Jahren zu bewältigen. Die klassischen Industriebereiche wie Automobilwirtschaft und Maschinenbau haben zwar unter der Wirtschaftskrise Einbußen hinnehmen müssen, ihre Vielfalt an wirtschaftlichen Aktivitäten und ihre Kreativität geben aber zu großen Hoffnungen Anlass. Die Politik sollte nicht sagen, in welchen Bereichen sich die Schlüsselindustrien der Zukunft zu entwickeln haben, sondern sie sollte die notwendigen Rahmenbedingungen für eine positive Entwicklung setzen.“ Dies sagte der Vorsitzende der FDP/DVP-Landtagsfraktion, Dr. Hans Ulrich Rülke, auf einem liberalen Wirtschaftskongress im Landtag mit dem Titel „Den Strukturwandel gestalten“.

Wirtschaftsminister Ernst Pfister betonte in seinem Vortrag, dass FDP-Fraktion und Wirtschaftsministerium die Stärkung des Dienstleistungsstandortes Baden-Württemberg zum „Top-Thema der Wirtschaftspolitik“ gemacht hätten. Die Dienstleistungswirtschaft des Landes trage heute 60 Prozent zur Wertschöpfung bei, stelle rund 60 Prozent der Ausbildungsplätze, zwei Drittel der Arbeitsplätze und fast 80 Prozent der Unternehmensgründer. Pfister: „Zwei Botschaften sind mir besonders wichtig – die Verflechtungen von Industrie und Dienstleistungen werden immer enger. Vor allem wissensintensive Dienstleistungen sind Treiber für Innovation und technischen Fortschritt. Und: Dienstleistungen ersetzen keine Industrieprodukte, sondern ergänzen sie mit einem die Produkte begleitenden Service. Die Stärke der baden-württembergischen Unternehmen besteht darin, dass sie statt singulärer Produkte komplette Problemlösungen mit einem hohen Dienstleistungsanteil anbieten können.“ Wie der Wirtschaftsminister weiter sagte, wolle die Landesregierung beispielsweise mit Autoherstellern und Zulieferern Baden-Württemberg als Motor, Modell-Land und Leitanbieter automobiler Zukunftstechnologien neu positionieren.Walter Ganz, Institutsdirektor des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart, sagte, dass die badenwürttembergischen Dienstleistungsunternehmen die Chance hätten, die gleichwertige Exzellenz zu erreichen, die das Land im industriellen Produktionsbereich auszeichne. Allerdings spüre die heimische Zulieferindustrie jetzt auch den Druck der internationalen Märkte. Das Fraunhofer Institut unterstütze dank der Förderung durch die Landesstiftung das Wirtschaftsministerium bei seiner Initiative, die neusten Erkenntnisse der Dienstleistungsforschung den kleinen und mittleren Unternehmen zu vermitteln.Zwei Vertreter der Dienstleistungsbranche stellten auf dem Wirtschaftskongress ihre Unternehmen vor. Jürgen C. Hinn konnte die „Testo industrial services GmbH“ in Kirchzarten in den Bereichen Messtechnik, Mitarbeiter-Qualifizierung und Informationstechnologie auf den internationalen Märkten platzieren. Martin Zimmermann, Geschäftsführer der „Visenso GmbH in Stuttgart, widmet sich der Visualisierung von virtuellen Techniken in den Bereichen Crash-Verhalten von Automobilen, Medizintechnik, Optik und Bildung. Er zitierte einen Physiklehrer mit den Worten: „Dank unseres hochmodernen Klassenzimmers werde ich von meinen Schülern zum ersten Mal in technischer Hinsicht ernst genommen.“

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Mitteilung Nr. 493