Pressemitteilung

14.Dezember 2011

Kooperation wird nicht gefördert, sondern ideologisch begründetes Konzept vorangetrieben – Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, und der bildungspolitische Sprecher Dr. Timm Kern haben die von der grün-roten Landesregierung angekündigte Einführung der Gemeinschaftsschule auf einer Landespressekonferenz scharf kritisiert. „Die Vielfalt unserer Schulen ist nicht nur die wesentliche Voraussetzung für eine bestmögliche individuelle Förderung des Einzelnen, sondern auch der Markenkern unseres erfolgreichen Bildungswesens“, sagten Rülke und Kern. Über Jahre hinweg hätten alle Leistungsvergleiche wie PISA, die Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) oder zuletzt der Lernatlas der Bertelsmann-Stiftung unserem Schulwesen Bestnoten gegeben. „Mutwillig und ohne Not wollen Grüne und SPD diesem Erfolgsmodell baden-württembergischer Leistungsfähigkeit nun ans Leder, nur weil es nicht in ihr Weltbild passt.“

Als zynisch bezeichneten die beiden FDP-Abgeordneten vor allem die Vorgehensweise: „Die grün-rote Landesregierung nutzt die Not insbesondere kleinerer Schulstandorte aus, die angesichts zurückgehender Schülerzahlen um ihren Fortbestand kämpfen. Da sagen sich zahlreiche Schulträger: ‚Wir müssen wohl aus politischen Gründen auf den Zug aufspringen, auch wenn uns das pädagogische Konzept nicht überzeugt.‘“ Kern: „Wir kritisieren nicht eine bessere Ausstattung von Schulen. Aber es müssen gleiche Startvoraussetzungen für alle Schulen und Schularten gelten.“ Weil die Landesregierung aber gezielt ungleiche Wettbewerbsbedingungen schaffe, könnte die privilegierte Gemeinschaftsschule vielerorts die bestehenden Schulen regelrecht kannibalisieren. Dass Grüne und SPD gleichzeitig das berufspraktische Profil der neuen Werkrealschule zerstören, indem sie die Kooperation mit den Berufsfachschulen in der 10. Klasse kippen, passe ins Bild. Und statt die beruflichen Schulen weiter auszubauen, investiere die Landesregierung die knappen Mittel lieber in die Gemeinschaftsschulen. „Die FDP hat sich stets für mehr Gestaltungsfreiheit für die Verantwortlichen vor Ort eingesetzt. So geht beispielsweise die Kooperationsmöglichkeit von Haupt- und Realschule wesentlich auf unsere Initiative zurück. Nach zähem Ringen hat sich auch unsere Position einer uneingeschränkten Kooperationsmöglichkeit einzelner Standorte bei der Werkrealschule durchgesetzt. Und wir Liberalen können uns weitergehende Kooperationsmöglichkeiten vorstellen. Die Gemeinschaftsschule halten wir jedoch für ein trojanisches Pferd. Die Hoffnung der betroffenen Schulträger, flexibel zwischen Schulen zu kooperieren und so Standorte retten zu können, wird sich aus unserer Sicht nicht erfüllen. Denn die Landesregierung wird nicht Kooperation und Differenzierung im Schulwesen fördern, sondern ein von vornherein festgelegtes und ideologisch begründetes pädagogisches Konzept“, so Rülke und Kern.

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