Pressemitteilung

01.Oktober 2008

Studie deckt eklatante Wissenslücken bei Schülern auf – „Die Erinnerung an die DDR-Diktatur wach zu halten und einer Verklärung des Unrechtsregimes entgegenzuwirken“ fordern die Regierungsfraktionen von CDU und FDP in einer Großen Anfrage von der Landesregierung ein. „Das Wissen um die jüngere deutsche Geschichte wird aktuellen Studien zufolge an vielen Schulen in Deutschland leider nur unzureichend vermittelt“, begründet der Überlinger FDP-Abgeordnete Dr. Hans-Peter Wetzel die gemeinsame Initiative der Fraktionen. Nur wenn die Grundwerte von Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nachhaltig im Schulunterricht vermittelt würden, sei Deutschland gewappnet vor Demagogie von links und rechts.

„Mit der Anfrage greifen wir einen Beschluss der Kultusministerkonferenz auf, die die Schulen aufgefordert hatte, sich intensiver mit der Geschichte der DDR und der SED-Diktatur zu beschäftigen“, ergänzt der Fraktionsvorsitzende Dr. Ulrich Noll. Durch Projektwochen, Aus-stellungen und das Einrichten von Erinnerungsorten müsse auch die Erinnerung an die zweite Diktatur auf deutschem Boden im Bewusstsein der Menschen gehalten werden. Der Forschungsverbund SED-Staat an der Freien Universität Berlin deckte mit der Studie „Soziales Paradies oder Stasi-Staat?“ erschreckende Wissenslücken bei Schulabgängern fest. In erster Linie wurden Gymnasiasten gefragt. Viele Schüler glaubten, dass Willy Brandt und Konrad Adenauer DDR-Politiker waren, dass es unter Erich Honecker demokratische Wahlen gab und dass die Stasi ein harmloser Geheimdienst war. Die Mehrheit aller Schüler wusste nicht einmal, wer die Mauer gebaut hat – viele tippten auf die Bundesrepublik oder die Alliierten.

Als PDF Datei herunterladen

Weitere Pressemitteilungen zum Thema